John Grisham: Die Bruderschaft

John Grisham Die Bruderschaft

Die Bruderschaft und ihre Aktivitäten

In diesem Roman stellt John Grisham 3 ehemalige Richter in den Vordergrund. Diese verbüßen jetzt wegen verschiedener Vergehen selbst langjährige Haftstrafen. Diese 3 ehemaligen Richter bilden die Bruderschaft.

Buch John Grisham Die BruderschaftDie Mitglieder der Bruderschaft sitzen ihre Haftstrafen in einem Bundesgefängnis der untersten Sicherheitsstufe ab. In diesem Gefängnis richtet die Bruderschaft ein Gericht für Streitigkeiten der  anderen Strafgefangenen ein. Die Anstaltsleitung unterstützt dies, weil sich dadurch die Situation in dem Gefängnis stabilisiert. Hierdurch erlangt die Bruderschaft Privilegien, wie die gemeinsame Arbeit in der Gefängnisbibliothek. Dies ermöglicht den Ex-Richtern eine ständige unbeaufsichtigte Aussprache. Die Bruderschaft verdient ein wenig Geld mit der Rechtsberatung einiger Strafgefangenen. Für die Zeit nach ihrer Entlassung planen die Ex-Richter jedoch, über deutlich mehr Geld zu verfügen. Deshalb entwickelt die Bruderschaft ein System, mit dem sie Menschen außerhalb des Gefängnisses erpressen kann. Ihr größtes Problem scheint ihr versoffener Anwalt zu sein, den sie als Kontakt zur Außenwelt benötigen. Dieser beansprucht ein Drittel der Einnahmen.

 

Die Bruderschaft in Gefahr

Dann jedoch scheint es, als ob sie sich das falsche Opfer ausgesucht hätten: Der CIA-Direktor hat einen Abgeordneten auserwählt, der US-Präsident werden soll. Er benötigt eine Marionette im Weißen Haus, weil er die Rüstungsausgaben drastisch erhöhen will. Für dieses Ziel ist dem CIA-Direktor jedes Mittel recht. So hat er im Privatleben von 100 Senatoren, 50 Gouverneuren und über 400 Abgeordneten herumschnüffeln lassen, um den geeigneten Kandidaten zu finden. Und er verletzt die Offenlegungspflicht für Spenden ganz massiv. Was wird er tun, wenn er erfährt, dass seine Pläne durch 3 Insassen eines Bundesgefängnisses gefährdet werden?

 

Wie realistisch sind Wahlmanipulationen, wie sie in die „Die Bruderschaft“ geschildert werden?

Das US-amerikanische Wahlsystem sorgt bereits durch die Vorwahlen dafür, dass nur Multi-Millionäre US-Präsident werden können. Darüber hinaus sind im eigentlichen Wahlkampf zwei- bis dreistellige Millionenbeträge erforderlich. Dies sorgt dafür, dass jeder Kandidat die Unterstützung von Großkonzernen und Wirtschafts- bzw. Interessenverbänden benötigt. Hierdurch entstehen natürlich Abhängigkeiten. „Wessen Brot ich fress, dessen Lied ich sing“. Auf diese Weise versichern sich die Reichen in den USA, dass ihr Präsident immer eher ihre Interessen als die des „kleinen Mannes“ vertritt.

Wieso kommt es dann immer wieder zu zusätzlichen Wahlmanipulationen? Die Ursache hierfür sind Konflikte zwischen den einzelnen Fraktionen der Großunternehmen. Es gibt eine Fraktion der alten Produktionswirtschaft. Diese hat im letzten Präsidentschaftswahlkampf Donald Trump unterstützt. Und es eine zweite Fraktion, die aus Großspekulanten und Hedgefonds besteht. Diese Wall-Street-Fraktion hat im letzten Wahlkampf eher Hillary Clinton unterstützt. Natürlich gibt es auch immer wieder Kandidaten wie Bernie Sanders, die der Rüstungsindustrie Angst machen. Diese Kandidaten überstehen aber in der Regel schon die Vorwahlen nicht. Auch wenn sie parteilos sind, müssen sie sich im Allgemeinen den Vorwahlen der Demokraten anschließen.

 

Methoden der Wahlmanipulation

Beliebt sind hier einmal Schlammschlachten gegen den missliebigen Kandidaten. Diese können auf gezielten Falschinformationen beruhen. Oft reicht aber in den heuchlerisch-puritanischen USA auch die Veröffentlichung von Einzelheiten aus einem relativ normalen Sexualleben. So kommen in der Regel Politiker eher durch Seitensprünge als durch politische Handlungen in Schwierigkeiten. Ein prominentes Beispiel hierfür ist Bill Clinton.

Aber auch eine direkte Manipulation der Stimmabgaben und Wahlberechtigungen ist sehr beliebt.  Jeder kennt die Berichte über Tote, die auf mysteriöse Weise ihre Stimme abgeben. Beliebt sind auch Manipulationen der Wahlkreise. Hier kann man Mehrheiten schaffen, indem man den Kreis so verformt, dass er Mehrheiten für die eigene Seite bildet. Aber auch die Schließung von Wahllokalen kann den Ausgang einer Wahl beeinflussen. Ist in einem so weitläufigen Land wie den USA das zuständige Wahllokal plötzlich eine Fahrstunde weiter entfernt, wird das insbesondere ärmere Wähler von der Wahl abhalten.

Gerne lässt man auch im Ausland stationierte Soldaten sowohl bei ihrer Truppe als auch zuhause abstimmen. Soldaten bieten in der Regel die Gewähr, Rüstungsindustrie-freundliche Kandidaten zu unterstützen. Eine Ausnahme bildeten hier nur die Vietnamkriegsveteranen. Bei diesen wirkte sich zum einen die Öffentlichkeit der von den USA begangenen Kriegsverbrechen wie body count und Agent Orange aus. Zum anderen bekamen die US-Soldaten es mit Gegnern zutun, die in Jahrhunderten des Guerillakampfes zunächst gegen eroberungswütige Chinesen und dann gegen die Franzosen Erfahrungen gesammelt hatten. Die US-Soldaten machten also direkte Kampferfahrungen. Hier nutzte die technische Überlegenheit wenig. Dies führte bei vielen US-Soldaten zu traumatischen Erlebnissen.

Für die Jüngeren unter uns

Für die Jüngeren unter uns und diejenigen, die sich nicht mehr erinnern: Der damalige US-Verteidigungsminister Robert McNamarra hat den body count als Maßstab militärischen Erfolgs und Mittel der psychologischen Kriegsführung stark unterstützt. Unter body count wurde die Zählung getöteter Gegner verstanden. Hierbei wurden unter Gegner auch diejenigen verstanden, die in irgendeiner Weise für den Vietcong hilfreich waren. Diese Definition war natürlich so weit gefasst, dass praktisch jeder darunter fiel. Auch der unpolitische Reisbauer, von dessen Feld sich der Vietcong etwas Reis holte, half damit ja dem Vietcong. Versorgung und Beförderung hing dann vom Erreichen möglichst hoher Body-Count-Zahlen ab. Hierdurch kam es dann zu solchen Exzessen wie My Lai.

Agent Orange war ein Völkerrechts-widriger chemischer Kampfstoff, offiziell als Entlaubungsmittel bezeichnet. Noch heute werden als Folge dessen Einsatzes in Vietnam und den umliegenden Ländern weit überdurchschnittlich viele schwer missgestaltete Babys geboren. Leider haben durch die Herstellung einzelner Komponenten dieses chemischen Kampfstoffes auch deutsche Pharmakonzerne eine sehr unrühmliche Rolle gespielt. Bereits damals hat Bayer seine verdammenswerte Zusammenarbeit mit Monsanto in Form der gemeinsamen Tochter Mobay ausgeübt. Mobay diente der Produktion von Agent Orange. Aber auch Boeringer Ingolheim war an der Produktion von Bestandteilen beteiligt.

 

In „Die Bruderschaft“ nicht verwendet: Wahlmanipulation über das Wählerverzeichnis

In den USA besteht keine Ausweispflicht. Insbesondere arme und nicht-weiße Bürger haben daher oft Schwierigkeiten, ihre Identität nachzuweisen, um ins Wählerregister eingetragen zu werden. Oftmals zieht sich das Verfahren zur Eintragung sehr lange hin. Schließlich muss man ja auch überprüfen, ob der Eintragungswillige nicht bereits in einem anderen Bundesstaat eingetragen ist. Man muss also mühsam die Namen abgleichen. Wer dann einen häufigen Namen wie Maria Cortez oder Sam Brown hat, hat eben Pech gehabt. Meist sind dies nicht die weißen oder reicheren US-Bürger. Natürlich könnte man seit der Erfindung des Computers und des Internet sekundenschnell über die Sozialversicherungsnummer abgleichen. Aber dann ginge ja eine wunderschöne Möglichkeit der Manipulation von Wahlergebnissen verloren.

Oftmals gehen registrierte Wähler kurz vor der Wahl im Wahlregister verloren. Eine Untersuchung der New-York-University zeigt, das 2014-2016 16.000.000 US-Bürger aus dem Wahlregister verschwanden. Die Studie weist auch nach, dass eine Vielzahl dieser Streichungen fehlerhaft und unbegründet war. Die daraufhin eingeleiteten Verfahren können sich dann leicht bis nach der Wahl hinziehen. In einigen Bundesstaaten kann es auch schwierig werden, ins Wahlregister zu kommen. Hier verlangen die Verwaltungen nämlich den Nachweis eines bestimmten Bildungsstandes. Ärmere und Nicht-Weiße können diesen oft nur schwer erbringen. Auch die Aberkennung des Wahlrechts bei Verurteilungen, selbst wenn es nur Bewährungsstrafen sind, trifft Nicht-Weiße und Arme überproportional. Dies gilt in 34 Bundesstaaten. In Texas kann man zu hohen Haftstrafen verurteilt werden, wenn es einem gelingt, trotz Verurteilung wählen zu gehen. Und auch hier wird stark manipuliert. Bei der Wahl 2018 verloren 6.000.000 US-Bürger auf diese Weise ihr Wahlrecht. Tatsächlich im Gefängnis waren nur 1.300.000.

 

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